Ein Road Movie aus Südamerika

 Erneut bringt "América en Cine" eine Exklusivität ins Kipferhaus:  Camino a La Paz, den Erstling des argentinischen Regisseurs Francisco Varone. Der Film wird in der Schweiz nicht im Kino gezeigt.

 

Camino a La Paz ist ein Road Movie vor der imposanten Landschaftskulisse Argentiniens und Boliviens.

Der Film erzählt die Begegnung zweier Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Hier der

35-jährige, arbeitslose Sebastián, der sich als Taxifahrer über Wasser zu halten

versucht und zwei grosse Leidenschaften pflegt: die Rockband «Vox Die» und seinen

alten Peugeot 505 SR. Dort der viel ältere Khalil, ein Moslem, der von La Paz

aus mit seinem dort lebenden Bruder zur Pilgerfahrt nach Mekka aufbrechen will.

Auf ihrer 3000 Kilometer langen Reise von Buenos Aires nach La Paz im engen Raum des Peugeots können sie  einander nicht ausweichen. Der Konflikt scheint unausweichlich. Und doch kommen sich die beiden langsam näher, Sebastians anfänglich verständnislose bis

ablehnende Haltung wandelt sich zu liebevoller Fürsorge und ehrlicher Zuneigung

für seinen gebrechlichen Reisegefährten.

Dank zweier hervorragender Schauspieler gelingt es Varone, die Entwicklung dieser

ungewöhnlichen Beziehung, die durch dramatische Vorfälle arg strapaziert wird, einfühlsam, glaubhaft und mit feinem Humor darzustellen. Auch das religiöse Thema – Khalil erfüllt unterwegs seine religiösen Pflichten – wird ganz selbstverständlich eingeführt, ohne Distanzierung, aber auch ohne Proselitismus: Religion wird einfach gezeigt als Teil dieses abgeklärten, weisen Khalil, der jetzt halt Muslim ist. Es geht hier um Charaktere, nicht um

Religion.

Es gibt übrigens in verschieden lateinamerikanische Ländern gut organisierte

muslimische Gemeinschaften, in Argentinien allein leben über eine halbe Million

Muslime. Die Einwanderung von Muslimen begann vereinzelt bereits im 19.

Jahrhundert, doch eine Immigration grösseren Stils gab es erst im 20.

Jahrhundert, vor allem aus Syrien und dem Libanon. Die Beziehungen zu den

anderen Religionen seien sehr gut, meint der Präsident des Islamischen Zentrums

in Argentinien, es gebe keine Konflikte. In der Tat bezeichnen Beobachter das

friedliche Zusammenleben der monotheistischen Religionen in Argentinien als

beispielhaft. 

 

 

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